INFO BOARDSHAPES

Was beeinflusst eigentlich das Fahrverhalten meines Surfboards? Was bringt ein Fishtail? Was bewirkt ein V im Unterwasserschiff ...

Hier findest Du einige nützliche Infos zu den unterschiedlichen Boardshapes und deren Fahreigenschaften.

Bei der Auswahl Deines Boardtypes (Shortboard, Minimalibu etc.) solltest Du selbstkritisch vor allem auf die jeweils angegebenen Einsatzmöglichkeiten und Fahreigenschaften achten.

Hast Du Dich für einen Boardtyp entschieden, ist die Boardgröße abhängig von Deinem Körpergewicht, Deiner Körpergröße und Deinem Können. Bei Zweifeln empfehlen wir Dir das größere Board. Die Fahreigenschaften bleiben nahezu gleich, nur das Handling wird für Dich einfacher.

Für den Anfänger sollte das Board in Größe, Breite und Dicke so geschaffen sein, dass er möglichst viele Wellen bekommt und möglichst lange darauf surft. Zu kleine und zu dünne Boards sind hier noch nicht das Richtige. Ideal für einen 1,80 Meter großen und 80kg schweren Anfänger ist ein Minimalibu um 7'6'' (7 Fuß und 6 Inch = 2,28m, d.h. Körpergröße + ca. 40–50 cm).

Bei fortgeschrittenem Fahrkönnen empfiehlt sich der Umstieg auf ein etwas kürzeres Funboard. Manöver wie der Bottomturn, Parallelfahrt oder der Topturn lassen sich mit diesem etwas drehfreudigeren Board leichter fahren. Es ist ein super Allrounder, mit dem Du lange Zeit Spaß haben wirst. Erst wenn Du dieses Brett gut beherrscht, kannst Du dich mit dem Gedanken tragen, ein noch radikaleres und drehfreudigeres Shortboard zu fahren.

Für alle Shortboards ist viel Erfahrung, ein optimales Timing im Anstarten und ein ausgeprägtes Balancegefühl wichtig, um die Vorzüge dieses Boardtypes ausnutzen zu können.

Meist wird ein Surfboard auf der Unterseite mit seinen Maßen (Größe, Breite, Dicke z.B. 6’6’’ x 18 ½ x 2 ¼) gekennzeichnet.

Entscheidend für die Fahreigenschaften eines Boards ist aber das homogene Zusammenspiel von Outline, Dicke (Volumenverteilung), Railform, Aufbiegung (Scoop-Rocker-Linie), Tail, Bottomshape, Finnenposition und Gewicht.

Die Outline kann durch zusätzliche Maßangaben (1 Foot of Nose und 1 Foot of Tail) ziemlich genau definiert werden. Sie ist eine der wichtigsten Boardmerkmale. Bei Minimalibus, Funboards und sehr kurzen Fishboards findet man häufig eine breite Nose. Dieser Shape verhindert u.a. ein Einstechen der Nose beim Anstarten und macht das Board Kippstabiler. Allerdings wird hierdurch auch die Railkrümmung (vom Teil zur Nose) abgeflacht. Das Board zieht damit nicht so stark in die Kurve und muss mehr über das Tail gelenkt werden. Das Durchtauchen unter der Welle wird erschwert (ein Einstechen der Nose lässt sich auch durch eine Volumenverteilung hin zur Nose vermindern).

Die Railform variiert hinsichtlich des Krümmungsradius und der Position der Kante auf der Boardunterseite, der Tucked-Under. Generell gilt, dass dicke Boards mit einem großen Kantenradius bei sehr kräftigen Wellen leichter wegrutschen, in druckschwachen Wellen aber weniger verschneiden. Die Tucked-Under sollte homogen vom Tail (weit außen, meist identisch mit der Boardaußenkante), über die Boardmitte (tiefer zur Boarmitte gezogen), zur Nose (nur noch gering ausgeprägt) verlaufen.

Die Scoop-Rocker-Linie beschreibt die Aufbiegung auf der Boardunterseite. Als Faustregel gilt: Je stärker das Board vor allem im Heck (Rocker) aufgebogen ist, desto drehfreudiger aber gleichzeitig auch langsamer wird es. Eine starke Aufbiegung an der Nose vermindert das Einstechen beim Take-Off, erschwert aber den Duck-Dive.

Du findest bei den Boards die unterschiedlichsten Tailformen. Das Standardtail ist das Suqashtail. Es ist ein abgerundetes Squaretail und fährt sich relativ loose, d.h. es vermittelt Dir eine gute Drehfreudigkeit bei gleichzeitig guter Kontrolle auch bei langen großen Turns. Es ist daher bei den meisten Boards zu finden.Guns, d.h. Boards für sehr große und kräftige Wellen sollen schnell und laufruhig sein. Sie dürfen sich nicht all zu quirlig anfühlen. Unterstützt wird dies u.a. durch am Heck zusammenlaufende Rails, das Pintail.Der V-förmige Ausschnitt am Tail (Fishtail, Swallow-Tail), z.B. eines Fishboards, verstärkt das loose Fahrgefühl. Die Kantenecken greifen beim Turn noch stärker ins Wasser, das Board wird wendiger und reagiert schneller. Verbunden mit einem starken Rocker hast Du hier das Maximum an Drehfreudigkeit.

Die Fahreigenschaft eines Surfbaords wird außerdem maßgeblich vom Bottomshape beeinflusst. Ein V im Heckbereich der Boardunterseite ist die häufigste Form. Das Board wechselt leicht von einer zur anderen Kante und ist somit gut Steuerbar, erhält aber auch durch die „Kielfunktion“ seine Laufruhe. Boards mit konkavem im Heckbereich (z.B. 1-Fach-, 2-Fach-, 3-Fach-Konkav) brauchen viel Druck und schnelle Wellen, verleihen dann dam Board aber ein sehr looses Fahrgefühl.

Wichtig für ein ausgewogenes Board ist das homogene Zusammenspiel der einzelnen Komponenten. Wie einzelne Fahreigenschaften durch mehrere Shapemerkmale verstärkt werden können, lassen sich aber auch durch einen erfahrenen Shaper scheinbar gegensätzliche Wirkungen miteinander kombinieren.

Wir beraten Dich gerne bei der Auswahl Deines Wunschboards.

Das Beste ist aber immer noch, selbst auszuprobieren, welches Board zu Dir passt. Bei uns hast Du die Möglichkeit, die unterschiedlichsten Boards auszuleihen und zu testen, bevor Du Dich für eines entscheidest. Schaue doch einfach mal vorbei.

Und wenn Du möchtest, baust Du zusammen mit einem Profishaper in einem unserer Shapekurse Dein eigenes Board selbst.


Alle Bilder auf dieser Seite
© Niels Patrick Geisselbrecht

 

 

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